TECHNIK & GESCHICHTE 
DER GOLDSTICKEREI

Alte Technik in neuem Glanz

 

Lasurstickerei als Teilbereich der Goldstickerei wurde bereits im 14. Jahrhundert für die Gestaltung von klerikalen Gewänder entwickelt. 

 

Bei der Lasurstickerei werden  fragile Goldfäden, oder Silberfäden parallel auf einen sehr fein gewebten Textiluntergrund gelegt und  mit kleinen, im rechten Winkel ausgeführten Überfangstichen befestigt.  

Der Goldfaden besteht aus einem dünnen vergoldeten Metallstreifen der um eine Seele aus Kunstseide gewickelt wird.
Der Silberfaden besteht aus einem dünnen versilberten Metallstreifen der um eine Seele aus Kunstseide gewickelt wird.
Durch die unterschiedlich dicht gesetzten Überfangstiche aus dünnem färbigen Baumwoll-Garn entsteht das Bildmotiv. So kann man mit nur einer Farbe eine Fläche mit vielfältiger Schattierung kreieren.
Lasur ist eine Farbgebung, die den Untergrund (Gold- oder Silberfäden) immer wieder durchblitzen lässt.
Das Lasursticken mit dünnen Gold- oder Silberfäden -  meist nur mit 0,5 mm Durchmesser - erfordert hohe Genauigkeit im Setzen der Fäden und zahlreche Stunden für ein kleines Motiv.

Die goldene oder silberne  Basis verleiht dem Bild Brillanz und eine aktive Oberfläche.
Verändert der Betrachter den Sehwinkel entsteht je nach Lichteinfall und Reflexion ein reizvoller Kippeffekt

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